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Sorgerecht
Sorgerecht

Sorgerecht


Nach § 1626 Abs.1 BGB haben Eltern die Pflicht und das Recht, für ihr minderjähriges Kind zu sorgen. Die elterliche Sorge umfasst dabei sowohl die Sorge für die Person des Kindes (Personensorge), sowie die Sorge für das Vermögen des Kindes (Vermögenssorge). Grundsätzlich üben die Eltern während der Ehe für ihr gemeinschaftliches Kind das Sorgerecht gemeinsam aus.

Ein gemeinsames Sorgerecht kann nach der Kindschaftsrechtsreform von 1998 durch die Abgabe sog. Sorgeerklärungen auch für nicht miteinander verheiratete (leibliche) Eltern begründet werden. Grundsätzlich steht das Sorgerecht der Mutter in diesem Fall aber erst einmal allein zu.

Lassen sich die Eltern scheiden, beeinträchtigt dies das Sorgerecht nicht. Das gemeinsame Sorgerecht besteht vielmehr fort. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass für die elterliche Sorge nach der Scheidung gewisse Besonderheiten gelten. So steht nach der Regelung des § 1687 BGB dem Elternteil, bei dem sich das Kind gewöhnlich aufhält, ein Alleinentscheidungsrecht in Angelegenheiten des täglichen Lebens zu - sog. Alltagsfragen (z.B. die Bestimmung der Schlafenszeit oder die Erteilung von Routineerlaubnissen). Für Entscheidungen in Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung für das Kind, z. B. Fragen zum Aufenthalt, zur Schul- und Berufswahl, zu aufschiebbaren medizinischen Eingriffen, zur Entscheidung über die Anlage und Verwendung des Kindesvermögen etc., ist hingegen das Einvernehmen beider Elternteile erforderlich.

Auf Antrag kann das Familiengericht nach der Trennung bzw. Scheidung der Eltern eines Kindes die bis dahin bestehende gemeinsame elterliche Sorge einem Elternteil allein oder auch nur teilweise übertragen. Dafür muss beim Familiengericht ein "Antrag auf Überlassung der Alleinsorge" gestellt werden. Weitergehende Informationen zum Thema "Sorgerecht" erhalten Sie im Internet u.a. unter www.advocat24.de/user_files/rechtstipps/sorgerecht03.pdf

 

Stand: 05.12.2016