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Vaterschaftstest und -anerkennung
Vaterschaftstest und -anerkennung

Vaterschaftstest, Vaterschaftsgutachten


Ein Vaterschaftstest und ein Vaterschaftsgutachten unterscheiden sich formal-juristisch. Beide dienen der Feststellung der eindeutigen Vaterschaft eines bestimmten Mannes zu einem bestimmten Kind. Bei beiden Verfahren kann eine 99,99%- tige Genauigkeit der Vaterschaft bewiesen werden, sofern der Getestete auch der leibliche Vater des getesteten Kindes ist. Die o.g. Wahrscheinlichkeit wird bei einem Vaterschaftsgutachten, welches durch ein Gericht in Auftrag gegeben wird, zwingend gefordert. Bei einem Vaterschaftstest wird die Verwandtschaft durch eine Mundschleimhautprobe des Kindes, des möglichen Vaters und möglichst auch der Mutter festgestellt. Bei einem Vaterschaftsgutachten wird zur Verwandtschaftsfeststellung eine entsprechende Blutprobe abgenommen und auf übereinstimmende Merkmale untersucht. Der Vaterschaftstest wird bei Gericht nicht anerkannt, da der Mundschleimhautabstrich im privaten Bereich entnommen werden kann und somit niemand nachvollziehen kann, von welcher Person der Abstrich wirklich stammt.

 

Gesetzliche Neuregelung zum Vaterschaftstest 2008:

Männer, die ihre Vaterschaft überprüfen wollen haben nach einer neuen gesetzlichen Bestimmung nunmehr die Möglichkeit, dies auch gegen den Willen der Kindesmutter durchführen zu lassen. Vorausgegangen war der Gesetzesinitiative die Klage eines Mannes beim Bundesverfassungsgericht, da für Väter bislang keine legale Möglichkeit einer Vaterschaftsüberprüfung gab und "heimliche" Tests verboten sind. "Heimliche" Tests bleiben auch nach Inkrafttreten des Gesetzes verboten, da hier wiederum die Persönlichkeitsrechte der Mutter beeinträchtigt würden.

Das Gesetz sieht vor, einen solchen Vaterschaftstest innerhalb der ersten zwei Jahre nach Geburt des Kindes durchzuführen. Dies geschieht in einem zweistufigen Verfahren:

  • Klärungsverfahren: medizinisch - genetischer Test des Erbmaterials beider Elternteile. Das Klärungsverfahren verschafft Klarheit über die Vaterschaft, hat aber noch keine Wirkung hinsichtlich der juristischen Elternpflichten. Das Klärungsverfahren kann von Mutter, Vater und / oder Kind beantragt werden.
  • Anfechtungsverfahren: Verfahren zur juristischen Aufhebung der Vaterschaft bei negativem Vaterschaftstest. Dieses Verfahren hebt das bislang bestehende Verwandtschaftsverhältnis zwischen Mann und Kind auf und entbindet den Mann von jeglichen Pflichten, so auch Unterhaltsverpflichtungen. Es entbindet ihn allerdings auch von allen Rechten (Sorge- und Umgangsrecht).

Der Gesetzgeber hat allerdings auch Schutzmechanismen für das Wohl der Kinder vorgesehen. So sollen derartige Verfahren in schwierigen Lebensphasen der betroffenen Kinder, in denen das Anfechtungsverfahren "unzumutbare, erhebliche Beeinträchtigungen" für das Kind nach sich zieht, nicht möglich sein.

 

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(Stand: 05.12.2016)