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Ursprung:

 

Das Erziehungskonzept der Reggio-Pädagogik entstand nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der  norditalienischen Stadt Reggio Emilia. Dort gründeten sich Elterninitiativen, damit in der Nachkriegszeit die Kinder berufstätiger Eltern betreut werden konnten. Daraus entwickelten sich in den 60-er Jahren kommunale Kindergärten, die eine soziale und demokratische Erziehung der Vorschulkinder anstrebten. Wichtigster Vertreter der Reggio-Pädagogik ist der Pädagoge und Psychologe Loris Malaguzzi (1920-1994). 


 

 

Leitmotiv der Reggio-Pädagogik:

  • "Nur wenn Gefühl und Phantasie erwachen, blüht die Intelligenz." (Loris Malaguzzi)

 

 

Erziehungsziel:

  • Das Kind soll sich in der Auseinandersetzung mit seiner Umwelt selbst aktiv entwickeln, seine Fähigkeiten entfalten und in die Gemeinschaft einbringen.

 

Grundprinzipien der Reggio-Pädagogik:

 

Die Kindererziehung ist eingebettet in das Gemeinwesen, wobei Kinder, Eltern, Erzieher/-innen und das soziale Umfeld in einer engen Wechselwirkung zueinander stehen. Im Mittelpunkt steht das Kind als Forscher, Entdecker und Künstler. Das Kind soll seine individuellen Fähigkeiten entdecken und erweitern, aber auch seine sozialen Kompetenzen weiterentwickeln. Sinnbild dafür sind die „Hundert Sprachen der Kinder“ Malaguzzis, die für die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten und Erfahrungen des Kindes stehen (z. B. Worte, Bilder, Darstellendes Spiel). Die Erziehenden begleiten das Kind bei seiner Entwicklung und setzen Impulse.

 

Eine  besondere Bedeutung wird der Entwicklung der kindlichen Identität beigemessen. Die individuellen Fähigkeiten des Einzelnen werden als Bereicherung für das Gemeinwesen verstanden und gefördert.

 

 

Didaktische Mittel:

  • Erlebnisse mit Licht, Schatten und Farben (z. B. Leuchttisch, Dia- und Overheadprojektor, Leinwand)
  •  „Kinderkonferenz“ (z. B. Morgenkreis) als Raum zur Kommunikation
  • Förderung der Vielfalt kommunikativer, kreativer Ausdrucksmittel (Kunst, Theater, Puppenspiel, Atelier)
  • Spiegel, Spiegelzelte und –tische zum Reflektieren der Umwelt und der eigenen Person des Kindes
  • Dokumentation der Projekte (z. B. „sprechende Wände“ mit Kinderbildern, Fotos, Kommentaren)
  • Öffnung der Kita nach außen, z. B. durch große Fensterflächen, einen einladenden Eingangsbereich

 

Voraussetzungen der Erzieher/-innen:  
  • Nach abgeschlossener Berufsausbildung als Erzieher oder Sozialpädagoge kann ein Kurs als „Fachkraft für Reggio-Pädagogik“ mit Zertifikat absolviert werden.  

 

Links:

 

Weiterführende Literatur:

  • Malaguzzi, Loris: Hundert Sprachen hat das Kind. In: Reggio Children (Hrsg.): Hundert Sprachen hat das Kind. Neuwied 2002
  • Göhlich, Michael: Reggiopädagogik – Innovative Pädagogik heute. Frankfurt a. M. 1993
  • Sommer, Brigitte: Kinder mit erhobenem Kopf : Kindergärten und Krippen in Reggio Emilia. Neuwied : Luchterhand, 1999.
  • Dreier, Annette: Was tut der Wind, wenn er nicht weht? Begegnung mit der Kleinkinderpädagogik in Reggio Emilia. Neuwied : Luchterhand, 1999.
  • Ullrich, Franz J. Brockschneider:  Reggio-Pädagogik im Kindergarten. Herderverlag, 2001